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Neue Fachbegriffe: Schlagwörter oder mehr?

Neue Fachbegriffe: Schlagwörter oder mehr?

Welche neuen Fachbegriffe werden 2017 zu Trends?

Immer wieder gibt es im digitalen Marketing- und E-Commerce neue Fachausdrücke oder die Bedeutung von bereits bekannten ändert sich. Welche Fachbegriffe sich aller Wahrscheinlichkeit nach etablieren können und warum das so ist, darum geht es heute. Teil 1

Proximity Marketing: Hierbei können Menschen mittels verschiedener Übertragungstechnologien abhängig von ihrem Aufenthaltsort auf ihrem mobilen Gerät werblich angesprochen werden. Das ist interessant für

Unternehmen, die Kunden gezielt in stationäre Geschäfte bringen und auch Werbungtreibende, die potenzielle Kunden mit ihren Botschaften an bestimmten Orten erreichen wollen. Da die Nutzung mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets zunimmt und sich auch Near Field Communication, Beacons und WLANHotspots mehr und mehr verbreiten, schafft das die Voraussetzung für eine bessere ortsbezogene Ansprache von Konsumenten.

Hyperlokalität benennt einen Zustand, in dem alle Geräte und Objekte digital verlinkt und örtlich lokalisierbar sind. Das ist interessant für Ladengeschäfte und Dienstleister mit örtlichen Niederlassungen, die für ihre Unternehmen mithilfe von Google Maps oder mit Suchmaschinenmarketing werben möchten. Google schneidet die Anzeigen und die Listings in Google Maps immer stärker auf den jeweiligen Aufenthaltsort des Mobile-Nutzers zu und zeigt bevorzugt Geschäfte in der unmittelbaren Umgebung an. Außerdem hat Google das Betriebssystem Android mit der Funktion „Nearby“ ausgestattet. Nearby ist ein Set von Schnittstellen für unterschiedliche Plattformen, über die Geräte miteinander kommunizieren können.

Server-to-Server-Integration: Im Adtech-Kontext beschreibt das die direkte Verbindung zwischen zwei Werbesystemen. Das ist lohnend für Publisher, die sich mit Header Bidding auseinandersetzen, sowie für Anbieter von digitalen Werbetechnologien. Bei der Server-to-Server-Integration wird im Gegensatz zum Header Biding die Ermittlung, welche Kampagne zum Zug kommt, verlagert. Sie findet nicht mehr zwischen dem Browser des Nutzers und dem Adserver statt, sondern im federführenden Adserver-System, das mit den Servern der Nachfrageseite verbunden ist. So können Verzögerungen beim Seitenaufruf vermieden werden.

Holistic Yield Management bedeutet in der digitalen Werbewelt, direkt und automatisiert verkaufte Werbeplätze so auszusteuern, dass der Werbeumsatz des gesamten Inventars steigt. Das könnte lukrativ für Vermarkter und Publisher sein, die digitale Werbeplätze verkaufen und sich mit automatisiertem digitalem Anzeigenverkauf auseinandersetzen. Bisher werden Nachfragequellen oft noch separat gesehen. Mit der Verlagerung des digitalen Anzeigenverkaufs Richtung Programmatic konkurrieren die direkt verkauften Werbeplatzierungen immer stärker mit dem automatisiert verkauften Inventar. Holistic Yield Management ist auch ein Schlagwort, mit dem sich Adserver-Anbieter von den Mitbewerbern abgrenzen möchten.

Programmatic Creativity ist die Forderung, mehr Kreativität in die Werbemittelgestaltung für die automatisierte Werbeauslieferung zu bringen. Verschiedene Zielgruppen sollen jeweils auf sie zugeschnittene Varianten einer Kampagne sehen. Dafür werden verschiedene Daten ausgewertet und bei der Werbeauslieferung berücksichtigt: zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Aufenthaltsort der Nutzer, Wetterdaten, die Tageszeit oder das verwendete Gerät. Interessant ist das für Werbungtreibende und Marken, die Programmatic nicht nur für Performance-, sondern auch für Branding-Zwecke einsetzen wollen wie auch für Kreativagenturen.

Agiles Marketing reagiert sehr schnell auf äußere Einflüsse und Veränderungen im Kundenverhalten. Kleine, vernetzte Teams arbeiten kontinuierlich an neuen Lösungen. Dabei wird jeder Schritt einer Effizienzkontrolle unterzogen. Spannend ist Agiles Marketing für diejenigen, die mit ihren Marketingmaßnahmen nah am Verbraucher sein wollen und in ihrem Maßnahmenkatalog und den wichtigen Entscheidungen am Ende eines Jahres richtigliegen wollen, denn die Verbraucher werden immer sprunghafter und somit für Werbungtreibende unberechenbarer. Für Agiles Marketing benötigt man agile Teams, die schnell Entscheidungen treffen können, sich permanent in die Perspektive ihrer Kunden versetzen und so sogar als Trendsetter fungieren.

Diese Fachbegriffe sind also nicht nur als Schlagwörter zu begreifen, sondern haben durchaus das Potenzial sich früher oder später dauerhaft durchsetzen.

Quellennachweis: INTERNET WORLD BUSINESS, Ausgabe 1/17

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