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Wie viel man in einer Selbständigkeit verdienen sollte.

Das Bild des Selbständigen erscheint vielen Menschen als verlockend und anstrebenswert. Es wird allerdings oft zu positiv dargestellt, denn nicht für jeden lohnt sich eine Selbständigkeit.

Nicht nur, was die Arbeitszeit und das Einkommen angeht, gibt es große Unterschiede. Für welchen Stundenlohn lohnt sich nun die Selbständigkeit?

Diese Frage ist natürlich so pauschal nicht zu beantworten, denn sie hängt u.a. davon ab, ob man alleinstehend ist oder eine Familie hat, ob man in einer teuren Stadt oder günstiger auf dem Land lebt und anderen Faktoren mehr.

Man kann sich dieser Frage jedoch nähern, indem man sich den Mindestlohn für Arbeitnehmer in Höhe von 8.84 € (ab Januar 2017) anschaut.

Rechnet man ihn auf eine 40-Stunden-Woche hoch, dann kommt man auf ein Monats-Netto-Einkommen von rund 1.000 €. Allerdings hat ein Selbständiger kein Netto-, sondern ein Brutto-Einkommen. Das bedeutet, dass das Geld, welches auf seinem Geschäftskonto eingeht, nicht das ist, was er letztlich in der eigenen Tasche und zur Verfügung hat.

Zusätzliche Ausgaben für Selbständige sind unter anderem:

  • Einkommensteuer
  • Gewerbesteuer
  • Mitgliedsbeiträge (z.B. IHK)
  • Krankenversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil)
  • Altersvorsorge
  • Weitere berufliche bzw. betriebliche Versicherungen
  • betriebliche Kosten wie Miete, Technik etc.

Nicht vergessen darf man zudem, dass von den Geldeingängen auf dem Konto auch noch die Mehrwertsteuer abgeführt werden muss.

Insgesamt gehen also 40-50% für verschiedene Kosten, Ausgaben und Abgaben bei einer Selbständigkeit ab, bevor man von einem Netto-Einkommen sprechen kann. Aus diesem Grund muss man den Mindestlohn wenigstens auf gut17 € verdoppeln.

Von dieser Zahl sollte man in einer Selbständigkeit dennoch nicht ausgehen, wenn man Aufträge kalkuliert, da man keine 100% seiner Zeit abrechnen kann. Gerade Selbständige, die an Kundenprojekten arbeiten oder Dienstleistungen anbieten, müssen diesen Stundenlohn meist noch verdoppeln.

Dabei fehlt noch die Notwendigkeit, Geld für schlechte Zeiten oder längere Krankheitsphasen zurücklegen zu müssen. Diese Summe muss ebenfalls noch dazugerechnet werden.

Es gibt also einige wichtige Faktoren, die bei der Kalkulation des eigenen Stundenlohns eingerechnet werden müssen, wobei dieser dann aber auch auf dem Markt durchgesetzt werden muss.

Besonders Existenzgründer haben oft sehr niedrige reale Stundenlöhne. Zum einen liegt das an der noch nicht so guten Auftragslage. Zum anderen geht man oft erst einmal mit niedrigen Stundensätzen in den Markt, um Kunden zu gewinnen. Das ist üblich und in manchen Branchen auch nahezu unvermeidlich. Es gilt aber auch für eine Selbständigkeit im Netz. Wer z.B. Webseiten betreibt, wird anfangs viel Arbeit investieren müssen und nur wenig verdienen, denn es braucht Zeit, um gute Online-Einnahmen aufzubauen.

Deshalb sollte man in den ersten 1-3 Jahren einer Selbständigkeit die Thematik Stundenlohn differenziert betrachten. Allerdings sollte man einen niedrigen realen Stundenlohn keinesfalls zu einem längerfristigen Dauerzustand werden lassen.

Perspektivisch sollte eine Selbständigkeit das Potential bieten, gut davon zu leben, denn wer als Selbständiger alles selbst macht, ein entsprechend hohes Risiko trägt und oft mehr Stunden arbeitet als viele Angestellte, sollte auf Dauer nicht zu den Niedrigverdienern gehören. Daher sollte man sein Gründungsvorhaben gründlich prüfen und realistisch das Zukunftspotential einzuschätzen versuchen.

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